Vor der ersten Entrümpelung haben viele Menschen ein diffuses Bild im Kopf: fremde Leute in der Wohnung, Chaos, am Ende vielleicht Streit über den Preis. Die Realität ist deutlich unspektakulärer. Eine gut organisierte Entrümpelung folgt einem festen Ablauf mit klaren Stationen, und bei den meisten davon müssen Sie gar nicht dabei sein. Hier ist der komplette Weg von der Anfrage bis zur leeren, gefegten Wohnung.
Schritt 1: Die Anfrage
Am Anfang steht ein kurzer Kontakt: ein Anruf, eine Nachricht über das Kontaktformular oder per WhatsApp. Mehr als die Eckdaten braucht es dafür nicht: Um was für ein Objekt geht es, wo liegt es ungefähr, und bis wann soll es leer sein? Praktisch sind ein paar Handyfotos der Räume, damit lässt sich der Aufwand vorab grob einschätzen und der Besichtigungstermin gezielter planen.
Was in diesem Schritt nicht passieren sollte: eine verbindliche Preisnennung. Wer Ihnen ohne Besichtigung einen festen Preis zusagt, kann Ihre Räume nicht kennen. Seriös ist am Telefon höchstens eine grobe Orientierung, verbunden mit dem Vorschlag, sich das Ganze anzusehen.
Schritt 2: Die Besichtigung
Bei der Besichtigung gehen Sie gemeinsam mit dem Anbieter durch alle Räume, die geräumt werden sollen: Wohnung, Keller, Dachboden, Garage, je nachdem. Dabei wird geklärt, was mitgenommen wird und was bleibt, ob Möbel demontiert werden müssen, wie der Zugang aussieht und ob Sondermüll wie Farben oder alte Elektrogeräte dabei ist.
Der Termin dauert je nach Objekt meist eine halbe bis ganze Stunde und sollte kostenlos und unverbindlich sein. Nutzen Sie ihn auch für Ihre Fragen: Wie viele Leute kommen? Wie lange dauert es? Was passiert mit den Sachen? An den Antworten merken Sie schnell, ob Sie es mit Profis zu tun haben.
Schritt 3: Das Festpreis-Angebot
Nach der Besichtigung bekommen Sie ein schriftliches Angebot mit einem festen Preis. Darin sollte klar stehen: welche Flächen geräumt werden, dass Entsorgung und besenreine Übergabe enthalten sind und ob gut erhaltener Hausrat angerechnet wurde. Festpreis bedeutet, dass dieser Betrag am Ende auf der Rechnung steht, auch wenn sich beim Räumen mehr Material findet als gedacht.
Der Festpreis macht aus einem unkalkulierbaren Projekt einen planbaren Termin.
Nehmen Sie sich Zeit, das Angebot zu prüfen und zu vergleichen. Ein seriöser Anbieter drängt nicht. Passt alles, bestätigen Sie das Angebot und vereinbaren den Räumtermin, oft ist der schon innerhalb weniger Tage möglich.
Schritt 4: Der Räumtag
Am vereinbarten Tag kommt das Team mit Fahrzeug und Ausrüstung. Zum Start gibt es eine kurze Abstimmung: ein gemeinsamer Rundgang, letzte Hinweise, dann geht es los. Geräumt wird systematisch Raum für Raum, Möbel werden zerlegt, wo es nötig ist, alles wird zum Fahrzeug getragen und dort direkt vorsortiert.
Sie müssen dabei nicht durchgehend anwesend sein. Viele Kunden übergeben morgens den Schlüssel und kommen zur Abnahme wieder. Tauchen beim Räumen Dokumente, Fotos oder Wertsachen auf, werden sie beiseitegelegt und Ihnen übergeben, das gehört zum Standard eines seriösen Betriebs. Ein Keller oder eine Garage ist oft in wenigen Stunden geräumt, eine volle 3- bis 4-Zimmer-Wohnung braucht meist mehrere Tage. Zuletzt haben wir eine 4-Zimmer-Wohnung in drei Tagen geräumt.
Sortierung und Entsorgungswege
Was aus der Wohnung kommt, geht nicht auf einen großen Haufen. Der Hausrat wird in getrennte Wege sortiert:
- Weiterverwendung: Gut erhaltene Möbel und funktionierende Geräte werden weiterverwertet, ihr Wert wurde idealerweise schon im Angebot angerechnet.
- Wertstoffe: Holz, Metall, Papier, Elektrogeräte und Textilien gehen getrennt zum Wertstoffhof oder in die jeweilige Verwertung.
- Sondermüll: Farben, Lacke, Batterien, Kühlgeräte und Ähnliches werden fachgerecht und getrennt entsorgt.
- Restmüll: Was übrig bleibt, wird getrennt sortiert und umweltfreundlich entsorgt, Elektro zu Elektro.
Warum Sie das interessieren sollte: Wilde Entsorgung fällt auf den Auftraggeber zurück. Fragen Sie deshalb ruhig nach, wohin Ihr Hausrat geht, ein ordentlicher Betrieb kann das ohne Zögern beantworten.
Die besenreine Übergabe
Besenreine Übergabe heißt: Alle Räume sind leer, grober Schmutz ist gefegt, die Wohnung ist bereit für Übergabe, Renovierung oder Verkauf. Beim Abschlussrundgang prüfen Sie gemeinsam alle Räume, auch Keller und Nebenflächen, und sprechen offene Punkte direkt an. Erst wenn Sie zufrieden sind, ist der Auftrag abgeschlossen.
Genau diesen Ablauf finden Sie übrigens auch auf unserer Leistungsseite Entrümpelung für Keller, Dachboden und Garage. Steht eine komplette Wohnung mit Vermieter-Übergabe an, ist die Wohnungsauflösung die passende Leistung.
Was Sie vorbereiten sollten
Die ehrliche Antwort: fast nichts. Sie müssen nicht vorsortieren, nichts einpacken und nichts selbst zum Wertstoffhof fahren, genau dafür beauftragen Sie ja ein Team. Drei Dinge machen den Räumtag trotzdem leichter:
- Wertsachen kennzeichnen: Alles, was bleiben oder zu Ihnen soll, vorher beiseite stellen oder deutlich markieren, am besten schon bei der Besichtigung ansprechen.
- Zugang klären: Schlüssel für alle Räume, Keller und Garagen bereithalten und der Hausverwaltung oder den Nachbarn kurz Bescheid geben.
- Parkmöglichkeit: Ein Stellplatz nah am Eingang spart viele Meter Trageweg. In engen Straßen hilft es, am Vortag einen Platz freizuhalten.
Mehr braucht es nicht. Wenn Sie mögen, testen Sie den Ablauf einfach an Schritt 1: Eine Anfrage kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.



